Fragen und Antworten

Ihr Arzt verordnet Ihnen ein Antibiotikum, wenn Sie aufgrund einer bakteriellen Infektion krank geworden sind. Was es damit auf sich hat, wie Sie es am besten einnehmen und was Sie sonst noch tun k├Ânnen, um die Genesung zu unterst├╝tzen, erfahren Sie hier.

Was hat Sie krank gemacht?

Wenn Sie unter Husten, Schluckbeschwerden, schmerzhaften Entzündungen oder Durchfall leiden, könnten dies Symptome für eine Infektion sein. Sie fühlen sich elend und krank. Der Körper wehrt sich gegen die eingedrungenen Erreger. Das Immunsystem reagiert und versucht beispielsweise durch Auswurf beim Husten den Körper von den Erregern zu befreien. Fieber ist ebenfalls ein Zeichen für eine Infektion und die Abwehrmechanismen des Körpers. Gehen Sie zum Arzt, um die richtigen Medikamente einsetzen zu können und dem Körper auf dem Weg der Genesung gezielt zu helfen.

Wie kommt es zu einer Infektion?

Dringen pflanzliche oder tierische Krankheitserreger in den Körper ein, spricht man von einer Infektion. Die Erreger können durch Berührung, durch Einatmung, Insektenstiche oder Wunden in den Körper gelangen. Eigentlich ist der Körper aufgrund seines Immunsystems gegen viele Erreger abwehrbereit. Ist diese Abwehrbereitschaft jedoch einmal nicht vorhanden oder geschwächt, z.B. durch Stress oder im Alter, vermehren sich die Erreger und es kommt zu unangenehmen Reaktionen und zu einer Infektion. Man wird krank.

Was ist eine bakterielle Infektion?

An einer bakteriellen Infektion sind - im Gegensatz zu z.B. einer viralen Infektion oder einer Pilzinfektion - Bakterien Schuld. Es gibt etwa 6.000 bekannte Bakterienarten. Nicht alle Bakterien machen krank. Ganz im Gegenteil: Viele Bakterien sorgen dafür, dass wir gesund bleiben. So sind sie z.B. verantwortlich für eine gut funktionierende Verdauung. Sie schützen außerdem vor ihren krankmachenden Verwandten und bilden die erste Abwehr-Linie gegen Infektionen. Es gibt aber auch noch andere Erreger, die eine Infektion hervorrufen können. Das sind z.B. Viren, Pilze oder Protozoen, dazu gehören z.B. die gefürchteten Malariaerreger. Gegen all diese Erreger gibt es wirksame Medikamente. Ein Antibiotikum würde in diesen Fällen allerdings nicht helfen. Das gleiche gilt für Schnupfen oder grippale Infekte, da diese meistens ebenfalls durch Viren ausgelöst werden. Kommt zum harmlosen Schnupfen Halsweh oder Fieber dazu, haben sich eventuell Bakterien dazugesellt. Der Arzt wird sich im Fall einer bakteriellen Infektion für den Einsatz eines Antibiotikums entscheiden, um der Ausbreitung der Bakterien entgegenzuwirken.

Wie wirken Antibiotika?

Antibiotika werden gegen bakterielle Infektionen eingesetzt. Es handelt sich um hochwirksame Arzneien. Vor der Entdeckung des ersten Antibiotikums, das war 1928 das Penicillin durch Fleming, mussten noch viele Menschen an Krankheiten sterben, die für die heutigen Verhältnisse überhaupt kein Problem mehr darstellen. Antibiotika sind Substanzen, die schon in geringer Menge das Wachstum von Bakterien hemmen oder diese ganz abtöten können. So werden die krankmachenden Bakterien im Körper reduziert bzw. ganz eliminiert.

Wie gehen Antibiotika gegen die Bakterien vor?

Es gibt unterschiedliche Strategien, mit denen Antibiotika gegen Bakterien vorgehen:

  1. Der Aufbau der Zellwand des Bakteriums wird gestört. Die Bakterien können sich nicht mehr vermehren. Die Infektion wird gestoppt.
  2. Die bakterieneigene Produktion von Proteinen und/oder Vitaminen wird gestört. Die Bakterien können nicht überleben. Die Infektion wird auch hier gestoppt.
  3. Die Weitergabe des Erbgutes der Bakterien wird gestört. Es kann keine Reproduktion mehr stattfinden. Die Infektion wird so ebenfalls gestoppt.
  4. Manche Antibiotika sind sehr vielseitig einsetzbar.Sie können die Bakterien auf mehrere dieser Arten zerstören.

Müssen Kinder wirklich Antibiotika einnehmen?

Gerade Kinder erkranken häufig an bakteriellen Infektionen. Die Ansteckungsgefahr ist bei ihnen z.B. durch Kindergarten oder Schule besonders hoch, und der kleine Körper hat vielleicht nicht so viele Abwehrkräfte, um sich gegen die Erreger zu wehren.

Was bedeutet Resistenz?

Wird das Antibiotikum frühzeitig abgesetzt, wurden vielleicht noch nicht alle Bakterien abgetötet. Die noch vorhandenen Bakterien entwickeln Strategien bzw. verändern ihre Struktur, sodass das Antibiotikum nicht mehr wirken kann. Sie werden unempfindlich gegen dieses eine Antibiotikum. Das bedeutet, sie haben eine Resistenz entwickelt und das verordnete Antibiotikum kann nicht mehr helfen. Der Arzt muss auf ein anderes Antibiotikum umstellen.

Ist eine Behandlung mit Antibiotika während der Schwangerschaft möglich?

Es gibt Antibiotika, die auch während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit eingenommen werden dürfen. Informieren Sie Ihren Arzt umgehend über eine Schwangerschaft. Selbst dann, wenn Sie sich noch nicht 100%ig sicher sind.

Welche Nebenwirkungen können durch die Einnahme eines Antibiotikums auftreten?

Genauso wie andere Medikamente können Antibiotika Nebenwirkungen haben. Nebenwirkungen können beispielsweise Allergien, Durchfall oder Pilzbefall sein.

  • Allergien: Eine Antibiotika-Allergie äußert sich in den meisten Fällen durch leicht juckenden Hautausschlag.
  • Durchfall: Da Antibiotika Bakterien zerstören, bleibt es nicht aus, dass auch nützliche Bakerien abgetötet werden. Dies betrifft insbesondere die Darmbakterien. D. h. die Darmflora wird beeinflusst. In der Regel normalisiert sich die Darmtätigkeit aber sehr schnell wieder.
  • Pilzbefall: Die menschlichen Schleimhäute sind mit Pilzen und Bakterien gleichermaßen besiedelt. Der Pilzbefall ist ein Ausdruck des vorübergehend gestörten Gleichgewichts zwischen Bakterien und Pilzen. Denn diese gewinnen im Falle des vorübergehend vermehrten Absterbens der Bakterien naturgemäß die Oberhand.

Wichtig:

Sollten sich Nebenwirkungen einstellen, sprechen Sie am besten sofort mit Ihrem Arzt.

Wie sollten Sie Ihr Antibiotikum einnehmen?

Ein Antibiotikum sollte immer nach einem feststehenden Therapieplan eingenommen werden. Ihr Arzt sagt Ihnen genau, wie lange, wann und wie Sie die Therapie durchführen sollen. Hier ein paar zusätzliche Tipps, die Sie in jedem Fall beachten sollten:

  • Der Zeitpunkt der Einnahme ist bei vielen Antibiotika wichtig, z.B. ob Sie Ihr Antibiotikum vor oder nach einer Mahlzeit einnehmen sollen.
  • Mit manchen Medikamenten können Wechselwirkungen bestehen, d.h. werden zwei oder mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen, kann die Wirkung des Antibiotikums oder des anderen Präparates geschwächt werden. Das gilt übrigens auch für die Antibabypille.
  • Ihr Arzt oder Apotheker informiert Sie zu allen Punkten gerne ausführlich.

Wichtig:

Nehmen Sie Ihr Antibiotikum in jedem Fall so lange ein wie verordnet, auch wenn Sie sich nach kurzer Zeit schon wieder viel besser fühlen. Setzen Sie das Medikament frühzeitig ab, kann es sein, dass Bakterien überleben und Sie einen Rückfall erleiden.

Was können Sie selbst tun, um die Genesung zu unterstützen?

Natürlich können Sie über Ihre Antibiotikatherapie hinaus dazu beitragen, schnell wieder gesund zu werden:

  • Schonen Sie sich!
  • Nehmen Sie vitaminreiche Lebensmittel zu sich. Das stärkt das Immunsystem!
  • Trinken Sie viel, z.B. warmen Früchte- oder Kräutertee!
  • Bei Fieber helfen oft auch alte Hausmittel, wie z.B. kalte Wadenwickel!
  • Essen Sie Joghurtprodukte mit probiotischen Bakterien! Das schützt Ihre Darmflora vor einem eventuellen Pilzbefall.

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Für weitere Informationen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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